GRÜNE fordern Aussetzung der letalen Vergrämung der Gänse am Seilersee

Keine Abschüsse am Seilersee – für eine tier- und naturfreundliche Lösung

Mit großem Unverständnis haben wir zur Kenntnis genommen, dass die Stadtverwaltung beabsichtigt, eine Genehmigung zur letalen Vergrämung (Abschuss) von Wildgänsen am Seilersee umzusetzen – ohne vorher alle milderen Maßnahmen ausgeschöpft zu haben. Wir sagen klar: Das Töten von Tieren darf kein erster Schritt sein, sondern allerhöchstens ein letzter – und auch nur dann, wenn alle anderen Optionen vollständig und transparent geprüft wurden.

Deshalb haben wir einen Antrag gestellt, der folgendes fordert:

  • Keine Umsetzung der Abschussgenehmigung

  • Stattdessen Ausschöpfung aller tier- und naturfreundlichen Alternativen, insbesondere:

    • Konsequente Kontrolle und Durchsetzung des Fütterungsverbots

    • Einsatz von Drohnen zur Vergrämung

    • Unbrauchbarmachung von Nestern unter Berücksichtigung des Artenschutzes

    • Regelmäßiges Monitoring und Zählung der Gänsepopulation

    • Maßnahmen zur Einschränkung der Äsungsflächen, z. B. durch Begrünung der Staumauer

Die bislang bekannten Maßnahmen der Verwaltung reichen aus unserer Sicht nicht aus, um eine letale Maßnahme zu rechtfertigen. Im Gegenteil: Es fehlen kontinuierliche Zählungen, präventive Gestaltungsmaßnahmen und eine sichtbare Reinigung der Uferwege, wie die Begehung vor Ort gezeigt hat. Die Argumentation, wonach der Gänsekot eine tägliche Reinigung nötig mache, ist wenig nachvollziehbar, wenn die Wege offensichtlich kaum gereinigt werden.

Auch ökologisch ist ein Abschuss nicht nachhaltig: Die Erfahrung zeigt, dass frei gewordene Reviere schnell durch neue Tiere besetzt werden – das Problem verlagert sich, statt gelöst zu werden.

Wir fordern daher ein Umdenken – im Sinne des Tierschutzes, der Natur und einer verantwortungsvollen Kommunalpolitik. Unser Grundgesetz (Art. 20a) verpflichtet den Staat, die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere zu schützen – auch in Verantwortung für künftige Generationen.

Ein Abschuss darf nicht zum Symbol kommunalen Krisenmanagements werden. Es gibt bessere Wege – wir müssen sie nur konsequent gehen.

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