Grüne schlagen Weitergabe überschüssiger Lebensmittel aus Kitas und OGS vor. Wir setzen auf Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in Iserlohn setzt ein deutliches Zeichen für mehr Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung. Mit einem neuen Antrag fordern die Grünen die Prüfung, wie übrig gebliebene, noch genießbare Lebensmittel aus Kindertagesstätten (Kitas) und Offenen Ganztagsschulen (OGS) künftig an soziale Einrichtungen weitergegeben werden können.
Der Antrag wird in den kommenden Sitzungen des Schulausschusses, Jugendhilfeausschusses und Sozialausschusses behandelt.
Was die Grünen fordern
Die Verwaltung soll prüfen:
- welche rechtlichen, hygienischen und organisatorischen Rahmenbedingungen für eine sichere Weitergabe erfüllt sein müssen
- wie eine Kooperation mit Einrichtungen wie Tafeln, Wohnungslosenhilfen oder Jugendtreffs praktisch umgesetzt werden kann
- welche Kosten entstehen und wie diese – etwa durch Fördermittel oder Haushaltsanpassungen – gedeckt werden können
Ziel ist ein tragfähiges Konzept, das sowohl den Alltag in Kitas und OGS berücksichtigt als auch soziale Einrichtungen unterstützt.
Hintergrund: Lebensmittel landen im Müll – trotz guter Qualität
Die Grünen verweisen auf zahlreiche Gespräche mit pädagogischem Personal. Dabei wurde deutlich, dass im Alltag von Kitas und OGS regelmäßig größere Mengen an Lebensmitteln übrig bleiben. Diese sind häufig:
- unangetastet
- haben die Kühlkette nicht verlassen
- noch verschlossen
- einwandfrei genießbar
Trotzdem werden sie bislang oft entsorgt. Für die Grünen ist das weder ökologisch noch sozial vertretbar. Lebensmittelverschwendung widerspricht den Zielen nachhaltiger Entwicklung und belastet Umwelt und Klima unnötig.
Gleichzeitig leben in Iserlohn viele Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Die Weitergabe hochwertiger Lebensmittel könnte hier unmittelbar helfen.
Hygienevorschriften: Herausforderungen, aber lösbar
Die Fraktion betont, dass die Einhaltung aller Hygienevorschriften selbstverständlich gewährleistet sein muss. Für Lebensmittel, die die Kühlkette nicht verlassen haben oder noch originalverpackt sind, existieren bereits klare Empfehlungen – unter anderem vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sowie den Verbraucherzentralen.
Andere Kommunen haben bereits erfolgreiche Modelle etabliert, etwa FRÖBEL-Kindergärten in Leipzig. Die Grünen sehen darin ein ermutigendes Beispiel für Iserlohn.
Kooperationen als Schlüssel – Projektgruppe vorgeschlagen
Um ein passgenaues Konzept für Iserlohn zu entwickeln, schlagen die Grünen vor, zunächst eine Projektgruppe einzurichten. Diese könnte gemeinsam mit lokalen Partnern wie Wohnungslosenhilfen, Wohngruppen, Tafeln oder Jugendtreffs erproben, welche Abläufe sich im Alltag bewähren.
Ein Schritt zu mehr Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit
Mit ihrem Antrag wollen die Grünen Iserlohn zu einer Stadt machen, die Ressourcen schützt, Menschen unterstützt und aktiv gegen Lebensmittelverschwendung vorgeht. Die Weitergabe überschüssiger Lebensmittel verbindet ökologische Verantwortung mit sozialem Nutzen – und könnte Iserlohn zu einem Vorbild für andere Kommunen machen.





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