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Wald schützen

Der Wald leidet unter der Klimakrise in besonderer Weise. Stürme, Wassermangel und Starkregenereignisse sind für den Wald Stressfaktoren mit sichtbaren Konsequenzen: Die Sturmtiefs Kyrill 2007 und Friederike 2018 sowie die Dürren 2018 und 2019 haben das Bild des Waldes in Iserlohn nachhaltig verändert und insbesondere dem typischen Wirtschaftsforst mit seinen Monokulturen aus Nadelholz geschadet. 36% der Fläche Iserlohns bzw. 4.526 ha sind mit Wald bedeckt; rund ein Viertel davon oder 1.250 ha befinden sich im Besitz der Stadt Iserlohn. Auch wenn im Vergleich zu anderen Kommunen des Märkischen Kreises der Waldanteil an der Gesamtfläche nicht allzu groß ist, bezeichnet sich Iserlohn selbst als „Waldstadt“ und zeigt damit, wie wichtig den Iserlohnern ihr Wald ist und wie einschneidend die Ereignisse der letzten Jahre sind. 13 Jahre nach Kyrill sind die „Kyrill-Flächen“ immer noch zu sehen.

Die Schäden, die die Trockenphase 2018/2019 und der anschließende Borkenkäferbefall hinterlassen haben, werden erst jetzt nach und nach auch von außen sichtbar: Großflächiger Kahlschlag folgt immer mehr den bereits abgestorbenen Nadelhölzern. Experten beobachten, dass der Borkenkäfer 2020 noch schlimmer wütet als die Jahre davor und mittlerweile auch Kiefern und Laubbäume angreift. Der Wald in Iserlohn wird sich in den nächsten Jahren also massiv weiter verändern oder zeitweise sogar ganz verschwinden. Die Entwicklungen verdeutlichen: Je naturnäher ein Wald ist, desto resistenter ist er gegen Schädlinge und die Auswirkungen des Klimawandels. Ein naturnaher Wald ist darüber hinaus extrem wertvoll für den Klima- und Artenschutz.

Wir Grünen setzen uns dafür ein, dass ein Teil des Iserlohner Stadtwalds, der bisher vor allem Nutzwald ist, nach und nach zu einem Naturwald werden kann. Wir wollen auch prüfen, inwiefern es möglich ist, einen Teil des Iserlohner Stadtwaldes zu einem Urwaldentwicklungsgebiet zu machen. Den Teil des Iserlohner Stadtwaldes, der weiterhin als Forst genutzt werden soll, möchten wir nach FSC zertifiziert und damit umweltgerecht bewirtschaften.