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Mobilität der Zukunft gestalten

Im Kampf gegen die Klimakrise muss jeder Bereich seinen Beitrag leisten. Der Verkehrssektor ist jedoch der einzige Bereich, in dem seit 1990 keine Reduzierung des C02-Ausstoßes gelungen ist. Mit der nötigen Verkehrswende reduzieren wir den CO2-Ausstoß und erhöhen gleichzeitig die Lebensqualität („Städte für Menschen“, Jan Gehl) genauso wie die Verkehrssicherheit („Vision Zero“) in Iserlohn. Für uns GRÜNE stehen im Zentrum der Mobilitätsplanung die Nahmobilität aus Fuß- und Radverkehr und der Öffentliche Personennahverkehr aus Bus und Bahn.

In der Innenstadt und in den Stadtteilen ist das Zufußgehen die Basis der Mobilität und benötigt barrierefreie, sichere und unbeparkte Gehwege. Wir werden dazu ein Fußverkehrskonzept auflegen.

Immer mehr Iserlohnerinnen legen immer mehr Wege mit dem Fahrrad zurück, hierzu hat insbesondere die Möglichkeit elektrischer Unterstützung beigetragen. Der Ausbau der Iserlohner Radwege hat allerdings nicht mitgehalten. Wir GRÜNE stehen für komfortables, sicheres und zügiges Radfahren für alle Altersgruppen: Radwege müssen sich daran messen lassen, ob sie auch für unsichere Radfahrende geeignet sind und Eltern ihre Kinder dort unbesorgt fahren lassen können. Wir werden das vorhandene Radverkehrskonzept erheblich schneller umsetzen, die angestrebten 10 € pro Einwohnerin und Jahr wollen wir steigern auf 30 €. Als drängendste Herausforderung im Radwegebau werden wir die Erreichbarkeit der Innenstadt in Angriff nehmen.

Wir wollen mehr und besseren Radverkehr erreichen durch folgende Maßnahmen:

  • Sofortprogramm „Hindernisse auf Radwegen entfernen“ (Umlaufsperren, Poller)
  • Sofortprogramm „Fahrrad-Kurzzeitparken“ (städtische Einrichtungen, Handel, öffentlicher Raum auch in den Stadtteilen)
  • Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen, in der Innenstadt und an Schulen mit einheitlichem elektronischem Zugangssystem ausstatten
  • Fahrradparkhäuschen für eng bebaute innerstädtische Viertel errichten
  • Förderprogramm Lastenfahrräder (Familien, Gemeinnütziger Verleih, Handwerk/Gewerbe) aufsetzen
  • Vorfahrt für Hauptverbindungen des Radverkehrs vor Nebenstraßen (Bahntrasse, Baarbachtal) umsetzen
  • Die einzige Fahrradstraße Iserlohns entsprechend des heutigen Standards umgestalten
  • Die Stadt Iserlohn als „Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ mit allen städtischen Einrichtungen zertifizieren
  • Iserlohn soll Mitglied der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte (AGFS) bleiben und noch intensiver das jährliche STADTRADELN bewerben

Wir werden den Öffentlichen Personennahverkehr mit Bus und Bahn ausbauen. Durch eine neue Ringbuslinie werden Stadtteile, Schulen und Naherholungsgebiet Seilersee besser vernetzt. Als Einstieg in einen perspektivisch gänzlich fahrscheinfreien Nahverkehr wollen wir ein kostenloses Schüler*innen-Ticket einführen. Wegen der besonderen Problematik der Verbundgrenze wollen wir die Iserlohner Bahnlinien in den VRR integrieren. Mit Fahrradparkhäusern und Park+Ride-Plätzen erreichen wir eine bessere Verknüpfung der Verkehrsmittel Bahn, Bus, Auto und Fahrrad. Für die Wochenend-Nächte soll das bewährte Anruf-Sammel-Taxi erhalten bleiben.

Elektromobilität werden wir weiter fördern durch Öffentliche Ladesäulen für PKW und Pedelecs sowie ein Förderprogramm elektrisch unterstützter Lastenräder. Wir treten ein für die Elektrifizierung der Bahnstrecke RB 53.

Wir wollen die Erreichbarkeit und die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt verbessern, indem wir Zufahrtsstraßen und den Innenstadtring fahrradfreundlich umgestalten, den Autoverkehr vom Marktplatz weitgehend fernhalten und das verbleibende Autoparken weitgehend in Parkhäuser verlagern. So wird Platz frei für Aufenthalt, Zufußgehende und Radfahren.