BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Iserlohn

Wahlprüfsteine des ADFC Märkischer Kreis zu den Kommunalwahlen

23.04.2014 · Verkehr, Ortsverband, Kommunalwahlen

Am 10. Mai findet der diesjährige Fahrradaktionstag des ADFC Märkischer Kreis auf dem Vorplatz des Stadtbahnhofes in Iserlohn statt. Im Vorfeld der Veranstaltung wurden die politischen Parteien in Iserlohn gebeten, Fragen zum Radverkehr in Iserlohn zu beantworten. Der Stadtverband Iserlohn-Hemer von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat auf die Fragen wie folgt geantwortet.

Auf wie viel Prozent am Gesamtverkehr bzw. um welchen Faktor möchten Sie den Radverkehr in Iserlohn steigern?

     

Eine konkrete Prozentzahl oder Steigerungsrate sollte als politisches Ziel zunächst zweitrangig sein. Tatsache ist, dass es in einigen Ortsteilen Iserlohns einen relativ hohen Anteil an Radverkehr (z. B. Hennen mit mehr als 10 Prozent) und in einigen Ortsteilen Iserlohns einen relativ niedrigen Anteil an Radverkehr gibt (z. B. Letmathe mit weniger als 5 Prozent). Unter Berücksichtigung auch der topographischen Realitäten sind weder 5 Prozent in Letmathe noch 10 Prozent in Hennen besonders hohe Anteile. Unser politisches Ziel ist demnach solche Rahmenbedingungen zu schaffen, die trotz der topographischen Lagen eine merkliche Steigerung der Anteile ermöglicht.

Mit welchen konkreten Maßnahmen planen Sie dieses Ziel im Alltagsverkehr zu erreichen?

     

Vom Allgemeinen zum Konkreten: Zunächst muss es der Radverkehr im Straßenverkehr für alle (noch) Nicht-Radfahrer sichtbarer werden. Das bedeutet konkret, dass wir bei allen Straßenum- und neubauten den Radverkehr selbstverständlich mit einplanen und nicht wie heute viel zu oft nach dem Motto verfahren wird: „Hier ist die neue Straße und der Radweg passte wegen der Gegebenheiten leider nicht mehr da rein“. Des Weiteren sollen alle Radwegebenutzungspflichten an Bordsteinradwegen kritisch hinterfragt und, wenn möglich, abgeschafft werden. Wir werden außerdem darauf drängen, dass an den Bundes- und Landesstraßen in Iserlohn so schnell wie möglich Radwege angelegt werden und dass Geh- und Radwege innerorts (Stichwort: „Radfahren erlaubt“) getrennt werden. Wir wollen, dass Iserlohn einen ambitionierten Radverkehrsplan aufstellt.

Wie werden Sie mit eventuellen Nutzungskonflikten umgehen, beispielsweise der Verringerung von Kfz-Spuren oder Parkstreifen zu Gunsten von Radfahrstreifen entlang der Hauptverkehrsstraßen?

     

Es wäre albern zu glauben, dass ein Mehr an Radverkehr nicht zu Lasten des Pkw-Verkehrs gehen würde. Der Raum auch für Verkehrswege ist begrenzt und ein Mehr des einen geht somit oft zu Lasten anderer Verkehrsarten. Ziel der Förderung des Radverkehrs ist es gerade, dass die Bürgerinnen und Bürger vom Pkw aufs Rad umsteigen. Die Reduzierung des Pkw-Verkehrs reduziert die Schadstoff- und Lärmbelastung, ist aktiver Klimaschutz und macht den öffentlichen Raum attraktiver. Mehr Radverkehr fördert die Gesundheit jedes Einzelnen. Das Aufzählen von Vorteilen macht aus Iserlohn aber noch keine fahrradfreundliche Stadt. Und das Umsetzen ambitionierter Ziele allein nimmt wenige Bürger mit. Insofern soll Aufgabe der Kommune sein, die Bürger durch geeignete Werbekampagnen und Informationsveranstaltungen abzuholen und mitzunehmen. Das in der folgenden Frage thematisierte STADTRADELN wäre z. B. eine solche Maßnahme.

Bereits über 200 Städte nahmen 2013 am bundesweiten Wettbewerb STADTRADELN teil und treten für Klimaschutz und Radverkehrsförderung in die Pedale. Unterstützen Sie eine künftige Teilnahme der Stadt Iserlohn?

     

Die Kampagne ist sehr unterstützenswert und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Iserlohn werden die Teilnahme anregen. Wenn sich das Kommunalparlament in der kommenden Legislaturperiode jedoch ähnlich zusammensetzt wie in der letzten Legislaturperiode, ist auch weiterhin mit einer starken Neigung zum Pkw der Mehrheit der Mitglieder des Rates und einer entsprechenden Verkehrspolitik zu rechnen. Wie sollte ein solcher Rat also Vorbildfunktion für den Radverkehr einnehmen wollen und können?

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