BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Iserlohn

Unkonventionelles Erdgas

14.04.2011 · Energie, Umwelt, Ratsfraktion

Die energiepolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion, Wibke Brems MdL, informierte über die Gefahren der Förderung von sogenanntem unkonventionellem Erdgas.

In vielen Teilen Nordrhein-Westfalens befinden sich Erdgasvorkommen, die bislang jedoch nicht erschlossen werden konnten. Dieses Gas ist in Gesteinsschichten gebunden und muss mit großem Aufwand aus dem Gestein gelöst werden.

Dies geschieht mit dem sogenannten Fracking. Dabei werden Löcher bis zu 2.000 Meter tief in die Erde und anschließend horizontal in die Geststeinsschichten gebohrt. Mit einem Gemisch aus Wasser, Sand und teils toxischen Chemikalien werden dabei Risse ins Gesteins gesprengt, die das Gas lösen.

Auch im nördlichen Märkischen Kreis befinden sich solche Erdgasvorkommen, für die die Firma Wintershall eine Aufsuchungslizenz und damit das alleinige Recht hat, hier dieses Erdgas zu fördern.

Die Chemikalien, die zur Förderung des Erdgases in den Boden gepumpt werden, können dabei ins Grundwasser gelangen. Andere Stoffe, die sich ganz natürlich im Boden befinden wie z. B. Arsen können dabei ebenfalls durch das Fracking mit ins Grundwasser gespült werden. Außerdem kann das Fracking Erdbeben auslösen.

Wann die Firma Wintershall im Märkischen Kreis Bohrungen zur Erprobung durchführen will, ist nicht bekannt. Die zuständige Genehmigingsbehörde hat jedoch kaum Spielraum, solche Bohrungen zu verhindern, da das Bergrecht, was in diesem Fall angewendet wird, den fördernden Unternehmen viele Rechte auf Kosten von Mensch und Umwelt einräumt.

Mit einem Gutachten, das von der rot-grünen Landesregierung in Auftrag gegeben wurde, werden erstmals die Gefahren des Frackings und die Folgen für Mensch und Umwelt erforscht und können als Grundlage für Genehmigungen zu Bohrungen genutzt werden. Bis das Gutachten fertiggestellt ist, hat die Bezirksregierung Arnsberg als zuständige Behörde erklärt, vorerst keine Genehmigungen zu erteilen.

Doch ändert das Gutachten nichts an dem Genehmigungsverfahren selbst. Das Bergrecht, das weder eine Bürgerbeteiligung noch eine zeitgemäße Berücksichtigung von Natur und Umwelt vorsieht, muss dahingehend dringend nachgebessert werden. Ob die schwarz-gelbe Bundesregierung Interesse an einer Novellierung des Bergrechtes ist, ist fraglich.

Obwohl es noch viele offene Fragen zum Thema unkonventionellen Erdgas gibt, konnte Wibke Brems den grünen Fraktionen in Iserlohn und im Märkischen Kreis sowie interessierten Bürgern auf den aktuellen Stand bringen und über das weitere Vorgehen der grünen Landtagsfraktion berichten.

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