BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Iserlohn

Unkonventionelles Erdgas: Oliver Krischer MdB über die Gefahren des Frackings

20.08.2015 · Energie, Umwelt, Ortsverband

Das komplette Stadtgebiet Iserlohns ist Teil des sogenannten Ruhr-Claims – ein Gebiet, in dem sogenanntes unkonventionelles Erdgas per Fracking gefördert werden darf. Etwa die Hälfte Nordrhein-Westfalens ist in diese Claims aufgeteilt. Welche Gefahren diese Risikotechnologie birgt, erläuterte Oliver Krischer, stellvertretender Vorsitzender der grünen Bundestagsfraktion, auf einer Veranstaltung der Iserlohner Grünen.

Als Oliver Krischer im Bundestag erstmals eine Anfrage zum Thema Fracking stellte, behauptete der damalige Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle noch nicht einmal zu wissen, was Fracking sei. Seitdem beschäftigt sich der grüne Experte mit dem Thema, das derzeit wieder im Bundestag beraten wird.

Aufgrund des derzeit geltenden Bergrechtes ist Fracking in Deutschland nicht geregelt. „Es ist weder erlaubt, noch verboten“, kommentiert Oliver Krischer diese schizophrene gesetzliche Regelung. „Derzeit ist nicht einmal eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig“, was selbst beim Bau von Windrädern verpflichtend ist. Außerdem sind die Unternehmen, die Fracking anwenden, nicht verpflichtet, die Zusammensetzung der verwendeten Chemikalien zu benennen, die das sogenannte Fracfluid zur Förderung des Gases bildet – was sie auch nicht tun.

Dass derzeit in Deutschland kaum unkonventionelles Erdgas gefördert wird, liegt an den Landesregierungen, die aufgrund erhängter Moratorien keine Genehmigungen zum Fracking erteilen. „Bis jemand klagt, werde das funktionieren“, gibt Oliver Krischer zu bedenken.

Der Bundestag wird in Kürze über eine gesetzliche Regelung zum Fracking beraten. Der Gesetzentwurf von SPD und Union sieht vor, dass Fracking unterhalb von 3.000 Metern grundsätzlich erlaubt wird. Oberhalb von 3.000 Metern soll eine Expertenkommission, die hauptsächlich aus Befürwortern des Frackings zusammengesetzt sein wird, auf Grundlage ihres „Expertenwissens“ entscheiden, ob Fracking dort erlaubt wird.

Oliver Krischer und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN geht der Vorschlag der Regierungskoalition nicht weit genug. Die Gefahren des Frackings sind zu hoch. Dazu kommt, dass das Fracking einen hohen Flächen- und Wasserverbrauch mit sich bringt und dazu noch einen enormen Schwerlastverkehr verursacht. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzen sich daher für ein konsequentes Verbot des Frackings ein.

Zum Ende der Veranstaltung gab Oliver Krischer seine Befürchtung zu, dass das geplante Gesetz der großen Koalition trotz vieler Bedenken auch in den Reihen von SPD, CDU und CSU eine Mehrheit finden werde.