BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Iserlohn

Neue Wohnformen für früheren Schlieperblock

11.08.2014 · Planung, Ratsfraktion

Auch die (nach dem Baugebiet Auf der Emst) zweite Ortsbesichtigung der grünen Ratsfraktion, diesmal am früheren Schlieperblock am Grüner Weg/Ankerstrasse, fand ein nicht erwartetes Interesse von Anwohnern und betroffenen Bürgern. Dabei waren auch Baudezernent Mike Janke sowie Julia Kunz (IGW, Stadtentwicklung) und Bernhard Rademacher (IGW).

Ohne Zweifel hat dieses Quartier ein beachtliches Imageproblem. Die mit Schlichtwohnungen gebaute Siedlung aus den 30-er Jahren galt bisher als sozialer Brennpunkt. In der Tat macht das jetzt leer gezogene Viertel auch in seinem jetzigen Zustand einen nicht gerade einladenden Eindruck. Das war wohl auch der Grundtenor, den der größte Teil der hinzugekommenen Bürger zum Ausdruck brachten.

Einem möglichen Abriss aber steht die Sichtweise der Denkmalbehörde gegenüber, für die dieses Ensemble ein einzigartiges Beispiel von Baukultur ist. Die Nähe zur Innenstadt und zum Stadtwald, aber auch eine gute Verkehrsanbindung machen dieses Gebiet darüber hinaus attraktiv für Bauinteressenten.

Elke Olbrich-Tripp, die grüne Fraktionsvorsitzende im Rat, geht da noch einen Schritt weiter und sieht im früheren Schlieperblock die einzigartige Chance, gerade den gesetzlich untermauerten Denkmalschutz mit neuen Wohnformen zu verbinden. „Hier könnten generationsübergreifende Wohnformen entstehen und die zwischen den Wohnblocks liegenden Grünflächen gemeinschaftlich genutzt werden,“ machte sie sich stark für eine Stadtbauentwicklung, die nicht nur das „Eigenheim mit Garten und Blick auf den Nachbarn kennt und dies umso mehr, als es in den klassischen Baugebieten immer mehr jene Problematik gibt, die aus Generationswechsel und einer immer älter werdenden Gesellschaft erwachsen.“ Als ein Beispiel gelungener Denkmalkultur nannte sie die Arbeitersiedlungen im Ruhrgebiet. Mit entsprechenden Fördermitteln wäre das auch in Iserlohn zu schaffen.

Die grüne Ratsfraktion wird sich weiterhin an diesem Thema beschäftigen und möchte darüber hinaus mit betroffenen und interessierten Bürgern das Gespräch suchen.

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