BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Iserlohn

Katrin Brenner und ihr Nein zur Windenergie in Iserlohn

27.06.2015 · Energie, Ortsverband

Auch wenn ein hoher Anteil regenerativen Stroms allein nicht ausreicht, um auf die globale Herausforderungen des Klimawandels zu reagieren, so ist es doch einer der gewichtigsten Bausteine. Die einzigen beiden Windenergieanlagen auf Iserlohner Stadtgebiet stehen in Drüpplingsen, ein Ergebnis der in Iserlohn seit Jahren praktizierten Windenergie(verhinderungs)politik.

Trotz aller Bekundungen und vor dem Hintergrund, dass neben Photovoltaik die Windenergie die einzige ernst zu nehmende Quelle regenerativen Stroms ist, dürfte es damit offensichtlich sein, dass Iserlohn auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Kommune seit Jahren faktisch auf der Stelle tritt und im Vergleich zu anderen Kommunen in NRW weiter ins Hintertreffen gerät.

Um welche Dimensionen es beim Klimawandel geht und welchen Herausforderungen die Menschheit sich stellen muss, wird seit Jahren in der Wissenschaft, der Politik sowie den Medien breit diskutiert. Sogar der Papst hat mit seiner Enzyklika „Laudato si“, die sich schwerpunktmäßig mit den Themenbereichen Umwelt- und Klimaschutz auseinandersetzt, eindringlich vor den Gefahren des Klimawandels gewarnt und an die Verantwortung jedes einzelnen appelliert.

Wie nun aber auch die CDU-Bürgermeisterkandidatin Katrin Brenner mit ihrem Bekenntnis „kein Windrad am Schälk oder sonst wo in Iserlohn“ deutlich zeigt, ist es mit der eigenen Verantwortung für globale Probleme dann nicht weit her, wenn es um die eigene Scholle geht. Hier wird nach dem Motto verfahren, „die Welt ist groß, sollen es doch andere richten“. Wen interessieren da noch die Worte eines Papstes? Wenn das „C“ für „christlich“ mehr sein soll als ein Markenname ohne Kern, dann sollte die CDU in Iserlohn sich schnellstmöglich aufmachen, um den Tellerrand zu erreichen, über den es gilt zu schauen. Katrin Brenner scheint das nicht zu können.

Wenn Frau Brenner nun also sagt, dass sie zwar nicht grundsätzlich gegen Windenergie, der Schutz von Mensch und Natur aber wichtiger sei, dann erwähnt sie nicht, dass die Gefahren des Klimawandels für Flora und Fauna bzw. ganz konkret für den Iserlohner Wald und die Vögel in Iserlohn durch den Klimawandel weit größer sind, als diejenigen der maximal vier geplanten Windenergieanlagen, die immerhin regenerativen Strom für 20.000 Iserlohnerinnen und Iserlohner produzieren sollen.

So zieht sich die CDU mit Katrin Brenner also weiter in ihr Schneckenhaus zurück und lässt den Strom lieber aus den Braunkohlekraftwerken vom Niederrhein, den noch verbliebenen Atomkraftwerken oder auch von Windenergieanlagen außerhalb Iserlohns kommen. Die Gefahr, dass Iserlohn Standort eines Atommüllendlagers oder wegen Braunkohlevorkommen weggebaggert wird, besteht wohl kaum. Von daher kann in Iserlohn die Strategie „im Zweifel auf Kosten der Anderen“ aufgehen. Der Papst ist weit weg, der Herrgott wird’s schon nicht merken und mit der Moral ist das ja auch so eine Sache.

Sollte Katrin Brenner also tatsächlich Bürgermeisterin werden, dann werden die von ihr aus der Schul- und Sozialpolitik bekannten Methoden des Aussitzens, Lavierens und Verhinderns offensichtlich auch auf andere politische Felder übertragen.

Weiterführende Links