BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Iserlohn

Grundschule Gerlingsen: Klarheit frühestens Ende des Jahres

03.08.2017 · Ratsfraktion, Schule

Baufällig sei dieses Gebäude mit Sicherheit nicht, resümierte Elke Olbrich-Tripp am Ende des etwa 90-minütigen Rundgangs durch den Gerlingser Schulkomplex. Im Gegenteil, so die Vorsitzende der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Es wäre überaus schade, wenn gerade dieses helle und geräumige Gebäude, in dem derzeit noch die fünften und sechsten Klassen der Gesamtschule Iserlohn untergebracht sind, zukünftig nicht mehr als Schule genutzt würde.

Hintergrund für den Ortstermin, zu dem die Grünen eingeladen hatten, sind, so Olbrich-Tripp, die anhaltenden Diskussionen um die Zukunft des Grundschulverbundes Gerlingsen-Nußberg. Während die Zusammenführung der beiden Gesamtschulstandorte am Nußberg inzwischen beschlossene Sache ist, hat die Politik die Entscheidung über die ursprünglich geplante Zusammenlegung der beiden Grundschulstandorte in Gerlingsen vertagt. Hauptgrund ist die fehlende Kostenkalkulation. Denn was eine solche Zusammenlegung an Umbaukosten verursacht, ist derzeit noch vollkommen unklar.

Hand in Hand mit der Schulleitung hatte die Elternschaft gegen die Zusammenlegung protestiert und neben anderen Kritikpunkten, wie dem unzumutbaren Schulweg vom Nußberg nach Gerlingsen, den voraussichtlich wieder steigenden Schülerzahlen und dem guten Funktionieren des Grundschulverbundes mit zwei Standorten auch die unklaren Kosten ins Feld geführt – vor allem auch, weil sich neben den baulichen Mängeln und für Grundschüler unzureichende Sicherheits- und Brandschutzlösungen auch das pädagogische Raumkonzept vom Nußberg nicht auf die Gerlingser Gesamtschule übertragen lasse.

Dass die Klassenräume in der Tat kleiner sind als am Nußberg, räumte Wolfgang Kolbe gestern auch unumwunden ein. Zusammen mit dem kommissarischen Schuldezernenten Wojtek sowie Hausmeister Martin Romahn und den Mitarbeitern des Kommunalen Immobilien-Managements (KIM) Martin Bürger-Neumann und Andreas Schutze führte der Leiter der Iserlohner Schulverwaltung die drei Grünen-Politikerinnen durch das Haus. Schimmel, Pilzbefall oder einen maroden Gesamtzustand, wie er mitunter auch schon angemahnt worden war, konnten sie dabei nicht ausmachen. Wichtiger mit Blick auf eine mögliche Nachnutzung als Grundschule waren aber ohnehin die jetzige Nutzung und die baulichen Veränderungen, die sich dadurch ergeben würden.

„Wir sind jetzt in einer Phase, in der wir objektiv und wertfrei alle Daten zusammentragen“, erklärte Michael Wojtek. Dem seien Gespräche mit den Lehrern und Eltern der Schule vorausgegangen, um ein Raumkonzept zu erstellen, dass auch dem pädagogischen Konzept der Grundschule entspricht. Um die kleineren Klassenräume auszugleichen, könne man beispielsweise zusätzliche Räume für die Differenzierung nutzen.

Auch die jetzt bestehenden Fachräume müssten in Klassenräume umgewandelt werden, die Mensa würde vermutlich ebenso eine andere Nutzung bekommen, und natürlich, so Wolfgang Kolbe, werden in der derzeitigen Planungsphase auch der Brandschutz und der Unfallschutz beispielsweise in den Treppenhäusern von den zuständigen Behörden überprüft. Gerade diese Punkte seien von den Eltern kritisiert worden, und ebenso wie den vermuteten Schimmelbefall würde die Verwaltung diese Punkte auch sehr ernst nehmen.

Nach den Sommerferien hat die Schulverwaltung dann zu einem erneuten gemeinsamen Gesprächstermin mit Eltern und Lehrern eingeladen. „Neue Fakten werden wir aber auch dann noch nicht haben“, sagt Michael Wojtek. Frühestens zum Jahresende sei mit einer seriösen Kostenkalkulation zu rechnen. Erst dann wird die Politik entscheiden, ob es eine Zusammenlegung der Grundschulstandorte in Gerlingsen geben soll.

„Ich bin in dieser Frage vollkommen offen“, sagt Elke-Olbrich-Tripp. Sie müsse aber das Wohl der ganzen Stadt und aller Stadtteile im Auge haben. Und ob es sinnvoll sei, so viele Schüler wie jetzt geplant am Nußberg zusammenzuziehen, und Gerlingsen am Ende zu vernachlässigen, sei fraglich. Im Grunde könne man das beiden Stadtteilen nicht zumuten.

 Quelle: Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung vom 1. August 2017