BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Iserlohn

Grüne kritisieren Volksbegehren zur Rückkehr zu G9

28.02.2017 · Ortsverband, Schule

Die Kritik an der Schulzeitverkürzung an Gymnasien auf acht Jahre, kurz G8, ist richtig und wird von den Grünen unterstützt. Das derzeit laufende Volksbegehren ist jedoch mehr als nur die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium. Vielmehr will es gleichzeitig die Errungenschaften im Ganztag wie den Fördermöglichkeiten individueller Begabungen, Übungsphasen, Entlastung von Hausarbeiten und dem Ausgleich individueller Lernschwierigkeiten zerschlagen.

Eltern, die dieses Volksbegehren unterstützen, fordern neben der Rückkehr zu G9 an Gymnasien auch folgendes:

  • Reduzierung der Jahreswochenstunden an Haupt- und Realschulen um 8 Stunden
  • Reduzierung der Jahreswochenstunden an Gesamtschulen in den Klassen 5 bis 10 um 8 Stunden
  • Reduzierung der Jahreswochenstunden an Gesamtschulen in den Klassen 11 bis 13 um 12 Stunden
  • Erhöhung der Jahreswochenstunden an Gymnasien in den Klassen 5 bis 10 um 17 Stunden
  • Erhöhung der Jahreswochenstunden an Gymnasien in den Klassen 11 bis 13 um 12 Stunden
  • Festschreibung von maximal 6 Stunden Unterricht am Tag

Zitat aus dem Volksbegehren: „Dieses Gesetz verursacht keine Kosten – im Gegenteil, durch den Wegfall der höheren Stundenzahlen entstehen Einsparungseffekte“.

Richtig! Bei allen anderen Schulformen soll gespart werden.

Fazit: Der Ganztag mit all seinen Fördermöglichkeiten und Entlastungen für Schüler und Eltern wäre in allen Schulformen Geschichte. Das Gymnasium würde auf Kosten aller anderen Schulformen mehr finanzielle Mittel, mehr Unterrichtsstunden und dadurch mehr Förderung erhalten.

„G8 wird von uns Grünen seit langem kritisiert, wir können aber nicht hingehen und eine gymnasiale „G9-Jetzt“-Extrawurst braten. Damit würde gleichzeitig das verlässliche und von vielen Kindern und Eltern geschätzte Ganztagsmodell mit individuellen Fördermöglichkeiten an Haupt-, Real- und Gesamtschulen zerschlagen“, so die Sprecherin der Iserlohner Grünen Ingrid Knaup.