Antrag, Schulausschuss
12. Februar 2010
Quantensprung
Im Namen der Fraktionen von SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Rat der Stadt Iserlohn bitten wir, den oben genannten Tagesordnungspunkt für die nächste Sitzung des Schulausschuss vorzusehen und durch eine umfassende DarsteUung des Projekts „Quantensprung“ die politische Entscheidung vorzubereiten.
Begründung
Bestürzt haben wir zur Kenntnis genommen, dass sich erst jetzt ein Netzwerk gegründet hat, um die vertraglichen Verpflichtungen, welche die Stadt Iserlohn im Rahmen des Projekts „Quantensprung“ gegenüber leistungsbereiten Schülern eingegangen ist, zu erfüllen. Wir können nicht nachvollziehen, dass seinerzeit zwar eine vollmundige Darstellung in der Öffentlichkeit in Bezug auf dieses Thema stattgefunden hat, sich danach an der Umsetzung überhaupt nichts getan hat. So kann man mit den Jugendlichen, die Erwartungen in dieses Projekt gesetzt haben und ihrerseits alles getan haben, um die Voraussetzungen zur Vermittlung eines Ausbildungsplatzes zu erfüllen, nicht umgehen.
Auch wenn wir das Projekt von Anfang an kritisch gesehen haben, erwarten wir nun, dass die Stadt Iserlohn alles Erdenkliche veranlassen wird, um ihre vertraglichen Verpflichtungen gegenüber den Schülern auch einzuhalten. Diese Bemühungen fordern wir ein. Sie sind eine Selbstverständlichkeit.
Aber nachdem das Projekt „Quantensprung“ anscheinend viele Defizite aufweist, müssen wir kritisch hinterfragen, ob die Fortführung dieses Projekts in der Zukunft noch sinnvoll ist. Wir müssen auf den Prüfstand stellen, was „Quantensprung“ in seiner jetzigen Form überhaupt für die Schüler leisten kann oder ob vielleicht bessere und zielgerichtetere Förderungen an den Schulen denkbar sind.
Wir bitten um Beantwortung folgender Fragen:
- Für das Projekt Quantensprung sind Mittel aus dem Europäischen Sozialfond (ESF) bewilligt worden. In welcher Höhe und für welchen Zeitraum sind die Mittel bewilligt worden?
- In welchem Umfang sind diese Mittel inzwischen eingesetzt worden und für welche Zwecke? (Bitte detaillierte Angaben machen.)
- Mit wie vielen Schülerinnen und Schülern wurden seit der Auftaktveranstaltung am 16.06.2008 Verträge geschlossen und damit ein Ausbildungs- oder Arbeitsplatz garantiert?
- Welche Schulformen besuchen diese Schüierinnen und Schüler?
- Mit welchen Betrieben hat die Verwaltung Vereinbarungen über die Bereitstellung von zusätzlichen Ausbildungs- bzw. Arbeitsplätzen getroffen?
- In welchem Umfang und ab welchem Zeitpunkt waren die ARGE, SIHK, Kreishandwerkerschaft, Arbeitgeberverband und Gewerkschaften in das Projekt eingebunden?
- Welche Anzahl von Schülerinnen und Schülern konnten inzwischen vermittelt werden?
- Wie viele davon haben eigenständig einen Ausbildungsplatz gefunden?
- Wie viele Ausbildungsplätze werden noch benötigt, urn allen Schülerinnen und Schülern, die den Vertrag erfüllt haben, einen Ausbildungsplatz zu geben?
- Welche Anzahl von Schülerinnen und Schülern wartet noch auf Vertragserfüllung?
- Welche Unterstützung erhalten die Schülerinnen und Schüler, die bisher auf der Strecke geblieben sind?